Wie bekommt man Massentourismus in den Griff? Nicht über Steuern, sondern über Zugang
Es lag schon länger in der Luft, aber die NOS berichtet heute, dass die Stadt Amsterdam wegen des Massentourismus verklagt wird (und insbesondere wegen des fehlenden Handelns, um diesen einzudämmen). Die Bürgerinitiative „Amsterdam hat die Wahl“ ist der Meinung, dass die Stadt zu wenig unternimmt.
Der zuständige Stadtrat verweist darauf, dass die Ferienvermietung (wie Airbnb) weiter eingeschränkt wird, verschweigt dabei aber, dass die überwiegende Mehrheit der Besucher überhaupt nicht in einer Airbnb-Unterkunft übernachtet, sondern in einem Hotel.
Wie Amsterdam derzeit steuert
Die Bürgerinitiative sieht eine deutliche Erhöhung der Kurtaxe als Lösung. Aber ist das wirklich der Fall? Amsterdam erhebt bereits eine der höchsten Abgaben weltweit, und gemessen an den Gesamtausgaben während eines Aufenthalts wird selbst eine deutlich höhere Kurtaxe kaum einen Unterschied machen. Zudem wird eine weitere Erhöhung schnell die Kritik hervorrufen, dass die Stadt „nur noch für Reiche zugänglich“ sei.
Was hilft tatsächlich
Ich bin schon lange überzeugt, dass im digitalen Zeitalter nicht der Preis, sondern der Zugang der Schlüssel ist. Man könnte an ein Quotensystem denken, bei dem Sie nur mit einem „Zugangstoken“ ein Hotel buchen, das Rijksmuseum besuchen oder von einem Kreuzfahrtschiff an Land gehen können. Ein solches Token muss im Prinzip (neben der bestehenden Kurtaxe) nicht einmal Geld kosten. Es geht um Kontrolle. Kontrolle darüber, ob Besucher übernachten können und ob sie etwas unternehmen können. So entsteht ein Mechanismus, um die Attraktivität der Stadt gezielt zu steuern und den Touristenstrom beherrschbar zu machen.
Das Fazit
Für mich ist klar, dass höhere Kurtaxe allein dieses Problem nicht lösen wird. Dass jedoch dringend eine Lösung gefunden werden muss, steht außer Frage.
Der Artikel von NOS ist hier zu finden.